Fachbeiträge & Berichte

Aktuelles von ParkBlick

Gartengeschichte, Fachbeiträge und Projektberichte aus Potsdam und Brandenburg.

Frühjahrsschnitt historischer Hecken — Timing und Technik
Fachbeitrag

Frühjahrsschnitt historischer Hecken — Timing und Technik

Der Frühjahrsschnitt formaler Hecken in historischen Anlagen erfordert besonderes Fingerspitzengefühl. Während im privaten Garten der erste Schnitt oft nach Gefühl erfolgt, folgen wir in denkmalgeschützten Parks strengen Zeitfenstern: Buchsbaum wird erst nach den letzten Frösten (in Brandenburg meist Mitte April) geschnitten, Eibe toleriert einen früheren Schnitt ab März.

Bei historischen Parterres schneiden wir ausschließlich von Hand mit japanischen Heckenscheren. Elektrische Geräte erzeugen ungleichmäßige Schnittflächen und können bei Buchsbaum zu Pilzbefall führen. Die Handarbeit dauert länger, das Ergebnis ist jedoch unvergleichlich präzise — jede Kante sitzt auf den Millimeter.

Tipp für Besitzer formaler Gärten: Schneiden Sie immer leicht konisch — die Basis breiter als die Krone. So erreicht Licht auch die unteren Blätter und die Hecke bleibt von unten bis oben dicht. Bei Fragen zur Pflege Ihrer historischen Hecken beraten wir Sie gerne.

Lenné und seine Vermächtnis — Potsdams Gartenkunst im Wandel der Zeit
Gartengeschichte

Lenné und seine Vermächtnis — Potsdams Gartenkunst im Wandel der Zeit

Peter Joseph Lenné (1789–1866) prägte die Potsdamer Kulturlandschaft wie kein Zweiter. Seine Vision eines „grünen Bandes" von Sanssouci bis Babelsberg schuf eine Gartenlandschaft von Weltrang — heute UNESCO-Welterbe. Doch Lennés Erbe ist kein Museum: Es lebt und verändert sich mit jedem Jahr.

Als Gartenbaubetrieb in Potsdam tragen wir besondere Verantwortung für dieses Erbe. In unserer täglichen Arbeit begegnen uns Lennésche Gestaltungsprinzipien immer wieder: die fließenden Übergänge zwischen Park und Landschaft, die sorgfältig komponierten Sichtachsen, die Verbindung von Nützlichkeit und Schönheit.

Wir sehen unsere Aufgabe darin, diese Tradition fortzuführen — nicht als starre Kopie, sondern als lebendige Weiterentwicklung. Lennés Gärten waren zu seiner Zeit modern und innovativ. In seinem Geist gestalten auch wir Parks, die ihre Zeit reflektieren und dennoch zeitlos wirken.

Winterschutz für historische Rosensorten — bewährte Methoden
Fachbeitrag

Winterschutz für historische Rosensorten — bewährte Methoden

Historische Rosensorten sind oft empfindlicher als moderne Züchtungen und verdienen besonderen Winterschutz. In unseren Rosengärten arbeiten wir seit Jahrzehnten mit einer bewährten Methode: Im November werden die Rosen auf etwa 40 cm zurückgeschnitten und die Basis 20 cm hoch mit reifem Kompost angehäufelt.

Darüber kommt eine Schicht Tannenreisig, das die Rosen vor austrocknenden Winden schützt, aber dennoch Luft zirkulieren lässt. Stauende Nässe ist der größte Feind der Rose im Winter — deshalb verwenden wir kein Vlies direkt auf den Pflanzen, sondern nur als Windschutzbarriere an exponierten Stellen.

Kletterrosen an Pergolen und Obelisken werden nicht heruntergebunden, sondern bleiben in ihrer Position. Die Triebe erhalten einen lockeren Mantel aus Jutebandagen. Im Frühjahr werden alle Schutzmaßnahmen schrittweise entfernt — nicht auf einen Schlag, um Sonnenbrandschäden zu vermeiden.

Projekt des Jahres: Restaurierung Landgut Caputh
Projektbericht

Projekt des Jahres: Restaurierung Landgut Caputh

Nach 18 Wochen intensiver Arbeit können wir die Fertigstellung der Gartenrestauration am Landgut Caputh verkünden. Das denkmalgeschützte Ensemble aus dem frühen 19. Jahrhundert erhält seinen historischen Landschaftsgarten zurück — nach über 80 Jahren des Verfalls.

Die größte Herausforderung war die Rekonstruktion der ursprünglichen Sichtachsen zum Templiner See. Wildwuchs aus DDR-Zeiten musste behutsam entfernt werden, ohne den ökologisch wertvollen Baumbestand zu gefährden. In enger Abstimmung mit dem Landesamt für Denkmalpflege fanden wir für jeden Baum eine individuelle Lösung.

Besonders stolz sind wir auf die Wiederherstellung des steinernen Belvedere — ein Aussichtspunkt, der nur noch als Fundament existierte und anhand historischer Fotografien originalgetreu rekonstruiert wurde. Von hier genießt man nun wieder den Blick über den Park zum See, genau wie vor 200 Jahren.

Die Kunst des Formschnitts — Topiary als lebendige Skulptur
Gartengeschichte

Die Kunst des Formschnitts — Topiary als lebendige Skulptur

Topiary — der kunstvolle Formschnitt von Gehölzen — hat eine Geschichte, die bis in die Antike zurückreicht. Schon die Römer formten Buchsbaum und Zypressen zu geometrischen Figuren. Im Barock erreichte die Kunst ihren Höhepunkt: In Versailles stehen bis heute Hunderte handgeformte Gehölze, die regelmäßig von spezialisierten Gärtnern gepflegt werden.

In unserer Werkstatt arbeiten wir mit denselben Techniken, die seit Jahrhunderten bewährt sind. Jede Figur beginnt als grobe Form und wird über Jahre durch regelmäßigen Schnitt verfeinert. Eine Buchsbaumkugel braucht drei bis vier Jahre, bis sie perfekt rund ist. Eine Spirale benötigt fünf bis sieben Jahre. Geduld ist die wichtigste Tugend des Topiary-Gärtners.

Für Interessierte bieten wir einmal jährlich einen Topiary-Workshop in unserem Schaugarten an. Unter Anleitung unserer Meistergärtnerin lernen die Teilnehmer die Grundlagen des Formschnitts an Eibe und Buchsbaum. Der nächste Termin ist im September — Anmeldungen nehmen wir gerne entgegen.

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Ob Neugestaltung, Restaurierung oder laufende Pflege — wir beraten Sie diskret und kompetent.

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